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Die ferne Frau

Die ferne Frau

Hier ist gar nicht unsere Heimat. Eine trotzige Stimme gelangt an das Ohr der Frau, die auf der Uferwiese döst. Wie kommst du darauf, sagt sie und öffnet träge die Augen. Das habe ich in der Schule gehört, antwortet die Tochter. Sie sagen, wir sind Polacken. Hör da nicht hin, sagt die Frau. Das ist dummes Gerede. Geh lieber ans Ufer und sieh nach, ob noch Edelsteine da sind.

Die Frau richtet den Oberkörper auf, stützt sich auf die Ellenbogen und blickt auf den See, der im Licht flimmert. Als sie die Brille abnimmt, wird sie von der Sonne geblendet und die Augen der Frau, die eben noch die glitzernde Fläche zu fassen vermochten, sind auf einmal ein leeres Gefäß, das überläuft von der blauen Flut, die auf sie zuströmt und Erinnerungen anspült, die lange versunken waren. Sie drückt die Fäuste gegen die Lider wie einen Damm, doch es ist zu spät. Eine Woge umfängt sie, in der die Frau untergeht, die sie mit sich fortträgt …..

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